Nur noch eine Runde (Review)

2009 April 14

Civ Rev

Ja, ich bekenne mich schuldig, ich bin seit je her ein Junkie in Sachen TBS (Turn-based Strategy) und trotzdem werden sie mir nie langweilig und leider sind sie ein absoluter Zeitfresser, der je nach Stimmung kaum Platz für andere Spiele lässt. Das folgt vor allem dazu, dass ich einfach mal Aufgaben im Haushalt oder wichtige Termin völlig vergesse. Meine neueste Errungenschaft auf diesem Sektor ist Civilization Revolution für die Xbox360, hat zwar nicht so viel Tiefgang wie sein großer Bruder, aber es ist ja auch ein Konsolengame, da muss man alles ein bisschen Abstriche machen. Kaufgrund für mich war vorrangig: Civilization IV war einfach nicht mehr bei mir zu Hause auffindbar, aber ich finde dass es durchaus gut spielbar ist. Die selbsternannten „Puristen“ unter den Konsoleros werden nun sowas sagen wie: actionreich ist was anderes und man muss auch keinen besonderen „Skill“ oder schnelle Reflexe haben. TBS sind definitiv nichts für die typische Halo-Generation, aber ich kann es jedem wärmstens empfehlen, auch wenn die Anleitung unglaublich dünn und schlecht ausgefallen ist, aber kommen wir lieber zum Spielablauf. Für die historisch Interessierten will ich morgen auch kurz ein paar klassische und aktuelle Pflichttitel vorstellen. Grafische Schönheiten sind alle nicht, aber dafür füllen sie hunderte Stunden, und wer einmal angefangen hat, hört so schnell nicht aus.

Bei Civilization-Spielen läuft es immer ähnlich ab, ich gehe aber konkret auf die Einfach-Regeln von Revolution ein. Jede Partie beginnt mit der Wahl der Zivilisation, die man zur Weltherschaft führt. Hiervon gibt es 16 zur Wahl alle mit ziemlichen Unterschieden im Spielstil. Dann wird man erfreulich schnell ins Jahr 4000 v. Chr. katapultiert und man sieht viel Kriegsnebel und eine oder auch zwei Einheiten von denen besonders der Siedler wichtig ist. Dieser gründet die Hauptstadt eurer Kultur mitsamt drei Kriegern, von hieraus wird das Geschick im weiteren gelenkt. Drei mal drei Krieger lassen sich als Armee formieren, die besonders schlagkräftig ist. Ausschlaggebend für die Stadtgründung sind die Versorgung mit 4 von 5 essenziellen Rohstoffen: Produktion, Nahrung, Wissenschaft und Gold. Der fünfte Rohstoff ist Kultur, wird aber nicht von der Landschaft produziert. Man kann die Siedler bewegen oder direkt eine Stadt gründen, egal wie man sich entscheidet ist die Runde vorbei und 100 Jahre vergehen, Dieser Abstand wird nach und nach verringert, später sind nur 2 Jahre eine Runde. Die Produktion wird in den Aufbau von Einheiten, Gebäuden oder Wundern gesteckt, Wissenschaft erlaubt Forschung neuer Technologien und Regierungsformen, Gold sorgt für Straßenbau zu anderen selbstgegründeten, eingenommenen oder bekehrten Städte und schnellere Fertigstellung von Bauprojekten, Nahrung ist nötig damit die Stadt wächst und gedeiht und Kultur zieht Große Persönlichkeiten an und erweitert die eigenen Einflussgebiete.

Man ist natürlich nicht ganz alleine auf der Welt, auch Gegner wollen gerne ein großes Stück vom Kuchen abbekommen, doch gerade bei den ersten Gehversuchen zeigt sich das Spiel ungewöhnlich fair und man gewinnt quasi im Schlaf. Apropos gewinnen: das kann man auf 4 verschiedene Weisen erreichen: alle Hauptstädte der kleinen Welt kriegerisch einnehmen, ein Raumschiff von Wissenschaftlern konstruieren lassen und die Welt Alpha Centauri (mit dem passenden Spiel von 1999) besiedeln, 20.000 Gold ansammeln und eine Weltbank errichten oder durch viel Kultur die Vereinten Nationen. Man muss sich also entscheiden, worauf man im Aufbau besonderen Wert legt und welche Technologien man erforscht. Bei der Forschung kann es durchaus vorkommen, dass man den Meilenstein Mittelalter, und damit einen weiteren Zivilisationsvorteil, schon vor dem Jahre 0 erreicht. Wer etwas als erstes erforscht oder ein Wunder baut bekommt als Schmankerl noch Rohstoffe oder eine neue militärische Einheit. Wer zum Beispiel das Manhattan-Projekt erbaut, erhält eine Atombombe mit 40 Feldern Flugweite, wer Leonardos Werkstatt erbaut bekommt Einheitenupgrades. Technologien erlauben den Zugriff zu nicht-essenziellen Ressourcen wie Rohöl, aber gerade im niedrigen Schwierigkeitsgrad sind sie nicht so wichtig wie im großen PC-Bruder.

Als Abschluss hab noch ein kleines Flashgame, natürlich passend zur Thematik. Sehr stark abgekupfert haben die Entwickler schon bei der Advance Wars-Serie, aber trotzdem macht es Spaß seine Einheiten bei Battalion: Nemesis durch die Gegend zu scheuchen.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Zug um Zug 2/ Aktuelle TBS-Tipps « Kyo’s Blog

Eine Antwort schreiben

Note: You can use basic XHTML in your comments. Your email address will never be published.

Diesen Kommentar-Feed via RSS abonnieren.