Archiv der Kategorie: Review

Sense, Mann! (Review)

Schon seit einem dreiviertel Jahr habe ich mir sehr auf den neuen Streich von Visceral Games (Dead Space) gefreut: Dante’s Inferno, damals wollte ich es noch für Xbox 360, heute steht die PS3-Fassung als Death Edition in meinem Regal. Doch was macht dieses Spiel so besonders? Nun, dazu muss man sich lediglich die jüngsten Verkaufszahlen von Dante Alighieri Gedichtsepos „Göttliche Komödie“ angucken. Dieses Spiel ist quasi eine beeindruckende Visualisierung des Klassikers, und ich finde es ist schon eine besondere Leistung wenn ein Schnetzelspiel Leute dazu bringt sich mit Weltliteratur zu beschäftigen. (mich inklusive, aber der Inferno-Band lag ja schon meiner Ausgabe des Spiels bei) Dass dieser Titel sich nicht nur ein bisschen bei God of War bedient hat, daraus wird erst gar kein Hehl gemacht. Wie Kratos schnetzelt ihr euch durch Massen von Gegner, sammelt ihre Seelen für Upgrades und löst hin und wieder Rätsel und Sprungpassagen. Und ebenfalls wie Kratos Geschichte hält sich Dante’s Inferno nur vage an historische Vorbilder. Als Dante, ursprünglich Protagonist und Ich-Erzähler der „Göttlichen Komödie“, kämpft ihr euch mit eurer Sense bis zu Luzifer persönlich vor um eure geliebte Beatrice, die für eure Sünden in der Hölle büßen muss, wieder in die Welt der Lebenden zu holen. Dazu gilt es erst einmal das Unmögliche zu schaffen und neun Höllenkreise zu überwinden, einen für jede Sünde. Im ersten Kreis entscheidet Minos darüber wie tief die verlorenen Seelen in den Höllentrichter eintauchen müssen. So geht es im zweiten Kreis mit der Wollust weiter, danach Völlerei, Gier etc., doch nicht jeder Kreis kann gleich stark begeistern. Insbesondere Malebolge, der achte Kreis des Betrugs, ist architektonisch bei weitem nicht so spektakulär wie die anderen. Auch die Rolle von Vergil, Dantes fiktiver Weggefährte und römischer Philosoph, ist ein wenig zu kurz gekommen und dient ebenso wie 30 versteckte Judas-Münzen eher dazu Trophies/ Achievements bereitzustelllen, getreu dem Motto „weil’s ja jeder so macht“. Doch davon abgesehen werdet ihr im kompakten Spielverlauf sehr oft mit packenden Bossfights und einer teils sehr spektakulären Aussicht, die lediglich von der fixen Kamera getrübt werden, belohnt. Auch mit virtuellem Blut wird wieder nicht gegeizt, und die von God of War-inspirierten Finisher dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. Wenn ihr zum Beispiel durch die teils sehr ekeligen Umgebungen voller Magensaft und verdauten Leichen wandert, so kann man schon fast riechen, wie ein Aufenthalt in der Hölle sein kann.

Natürlich könnt ihr auch in bekannter Manier euren Charakter aufwerten. Ihr findet zum einen Relikte in platzenden Gargoyles (?!), die ihr bei euch tragen könnt. Sind genug Gegner erledigt, werden die aktiven Relikte stärker. Doch auch dauerhaft kann Dante etwas hinzulernen: hierzu dienen die Seelen, die jeder Gegner mit seinem letzten Atemzug aushaucht. Diese Seelen könnt ihr dann in zwei verschiedenen Skillbäumen anlegen, eine unheilige oder heilige Spielweise könnt ihr für euch wählen, oder auch ein Zwischending aus beidem. Leider nehmen diese kleinen, moralischen Entscheidungen keinen Einfluss auf den Verlauf eurer Reise und sind eher ein Lückenfüller. Unter gewissen Gegner könnt ihr eure Gegner und auch andere arme Sünder wie Pontius Pilatus, oder Friedrich II. bestrafen bzw. erlösen um neue Erfahrungsstufen im Skillbaum freizuschalten und somit später besonders starke aktive und passive Fähigkeiten freischalten zu können. Auch erlernt ihr von wichtigen Charakteren aus Dantes Leben oder im Austausch für Seelen den einen oder anderen Magieangriff, wie z.B. Gegner betäuben oder Schutzschilde, erlernen. Doch leider sind diese für den erfahrenen Zocker oft nur ein Beiwerk, denn die stärksten Angriffe erhaltet ihr gleich zu Beginn. Auch die verlängerbaren Kombos werden oft nicht benötigt, teilweise sorgen sie sogar dafür, dass ihr unfreiwillig mit euren Sprungangriffen über Ziel hinausschießt und im Abgrund landet, was bei Dante’s Inferno leider stets Game Over bedeutet, und ihr bei einem (fair und zahlreich platzierten) Checkpoint wieder einsteigen müsst. Ebenso überflüssig erscheint auch das Minispiel, wenn ihr Sünder erlöst. Hier müsst ihr wie bei Guitar Hero heranfliegende Kreise mit euren Controllertasten nachspielen. Hierdurch verkommt die ansonsten gute und düstere Atmosphäre unfreiwillig zur Lächerlichkeit.

Doch trotz kleinen Mängel und wenig Neuem ist das Spiel ein wirklich rundes Erlebnis, dass eine kurze aber gut erzählte Geschichte rund um Alighieris Werk spinnt. Der kommende DLC mit selbst gestaltbaren Level und Zweispieler-Coop könnten auch noch gut ankommen. Die im Spiel vermittelte Winzigkeit von Dante und seine Rolle als tragischer Held wird einem jederzeit bewusst gemacht und auch die mit Zeichentrick-Schnipseln beleuchtete Vergangenheit von Dante sind die Punkte mit denen das Spiel wirklich punkten kann. Dass die Entwickler aus dem literarischen Dante nun einen sündigen Kreuzritter gemacht haben, fällt überhaupt nicht negativ auf, im Gegenteil sogar wirken die Hauptpersonen lebendig und plausibel. Achja, der Bonus-Inhalt der Death Edition ist wirklich ein echtes Schmankerl, leider gibt es diese nur im europäischen Umland. Hier besteht wirklich Vorbild-Charakter. Bitte öfters mal mehr davon. Der dort enthaltene, herrlich schaurige Soundtrack fügt sich wunderbar zu einem Gesamtbild ein und alles in allem ist Dante’s Inferno eine gute Unterhaltung für ein Wochenende, und es lohnt sich wirklich für Genrefans in diese Hölle abzutauchen. Daher bekommt Dante’s Inferno von mir mit einem zugedrückten Auge eines historisch Interessierten 8 von 10 Punkten, wenn ihr aber mit der “Göttlichen Komödie” nichts anfangen könnt, so würde es eher 7,5 Punkte bekommen. Dort wird eine Bindung an die Spielwelt einfach nicht so stark sein.

P.S. Den tollen Review-Banner hab ich zwischenzeitlich irgendwie verschlampt, da werd ich mich bei Gelegenheit mal wieder ransetzen.

Angriff der Killertomaten (Review)

Rev PVZ

Zombies fressen Hirne, das wissen wir spätestens seit George Romeros Klassiker Night of the Living Dead. Dieser und andere Zombiefilme definieren seit etlichen Jahren ein komplettes Genre der Horrorunterhaltung, sowohl als Film als auch als Videospiel. Man denke da nur an House of the Dead und einen Großteil der Resident Evil-Serie, die einfach nicht totzukriegen ist. (wie überaus passend ;) ) Jeder der jemals einen Zombiefim gesehen, oder ein solches Survivalgame gespielt hat, weiß auch was bei Plagen durch Untote effektiv hilft: Kopf ab! Doch wie würdet ihr euch verteidigen, wenn keine Waffen im Haus sind? Das naheliegendste ist natürlich sich barrikadieren und hoffen, dass einem jemanden hilft bevor die Zombies am eigenen Großhirn knabbern. Doch besser als Gebete allein helfen in dieser Situation nur durchschlagskräftige Gartenpflanzen, wie die Entwickler bei Pop Cap, unter anderem bekannt durch Legenden wie Zuma und Bejeweled, wissen. Sie lassen statt der schlecht ausgebildeten Bürgerwehr lieber knackiges Grünzeug gegen die Blassgesichtigen antreten, da muss dann im schlimmsten Fall auch niemand die Leichen wegräumen oder die Familie benachrichtigen. Gott sei Dank wurde hier der trendige grüne Weg gewählt, denn ansonsten wäre Plants vs. Zombies wieder nur ein weiteres Tower Defense-Spiel da draußen. Das Setting mit Comic-Zombies in insgesamt 26 Variationen auf der einen Seite und euren insgesamt 48 Gartenpflanzen (und ein Double) auf der anderen verspricht aber schon mal für sich alleine viel lustige Unterhaltung. Doch wo viele der beliebten Flash-Titel aufhören, fährt das 10€-teure Plants vs. Zombies erst richtig zu Höchstleistungen auf.

Das Spiel startet in einem doch recht übersichtlichen Hauptmenü in dem es NOCH nicht viel zu entdecken gibt. Wer sich den kleinen Hilfetext vor dem Spiel durchliest wird schon wittern, dass Plants vs. Zombies definitiv ein Anwärter auf das “Lustigste PC-Game, das nicht von Lucas Arts stammt” wäre. Von den vier Spielmodi steht  euch nur der Adventure-Modus zur Verfügung. Dieser umfasst insgesamt 5 Kapitel mit je 10 Leveln, jeweils das fünfte und das zehnte Level eines Kapitels sind sehr coole Abwandlungen des altbekannten Tower Defense-Prinzips, z.B. Zombie-Bowling. Bei der ersten Mission werdet ihr gleich merken, dass hier kein grüner Daumen sondern graue Zellen von Nöten sind, und dass bei einem Spiel dessen Grundzüge zugleich genial einfach und einfach genial sind. Euer Vorgarten besteht anfangs nur aus einer Reihe Rollrasen und die einzigen Pflanzen, die ihr bauen könnt sind Erbsenkanonen. Finanziert werden neue Pflanzen durch Sonnenenergie alleine, um Wasser und Kohlendioxid braucht ihr euch nicht weiter kümmern. Nach etwa 10 Sekunden nahen die ersten Zombies, die nach eurem Hirn trachten, also sammelt ihr fleißig niederregnende Sonnenenergie um euch genug Erbsenkanone leisten zu können. Unten rechts seht ihr eine Fortschrittsleiste durchlaufen, die euch anzeigt wie lange ihr dem Angriff noch standhalten müsst. Hin und wieder kommt eine Flagge, das heißt ein Anführerzombie, der mit sehr vielen Untoten gleichzeitig angreift, was euch schon mal ganz schön ins Schwitzen bringen kann.

In Level 1-2 kommen 2 weitere Reihen Rasen hinzu und ihr könnt Sonnenblumen bauen. Diese liefern euch zusätzlich zum Sonnenregen noch extra Energie, damit ihr schneller mehr Erbsenkanonen bauen könnt.  So schaltet ihr nach und nach neuen Rasen, maximal 6 Reihen gegen Mitte des Spiels, und neue Pflanzen frei. Das ist auch bitter nötig, denn auch die Zombies lernen dazu und gegen Stabhochspringer, Buddler, Footballspieler oder Schnorchler müsst ihr ganz tief in die Trickkiste greifen. Denn trifft ein Zombie auf eine Pflanze so wird diese prinzipiell in wenigen Sekunden zerfressen, doch während Nüsse als Bollwerk viele Bissen aufhalten können, können einige Gegner einfach eure Verteidigung überspringen. Also sollte man immer einen kühlen Kopf behalten. Gelangt ein Rudel Zombies dennoch mal ans Ende des Garten, habt ihr als Extraleben noch einen Rasenmäher, der einmal über alle Zombies hinweg fegt, doch jede Reihe bekommt nur einen Mäher. Was danach passiert ist selbsterklärend… ;)

Gerade die schier endlosen Kombinationsmöglichkeiten aus den sechs bis zehn Pflanzen, die ihr pro Runde mitnehmen dürft, und die abwechlungsreichen Gegnertypen machen dieses Spiel so genial. Die Kapitel stellen euch auch immer vor neue Herausforderungen, so müsst ihr nachts die Sonnenenergie-sparenden Pilze nehme, und falls Zombies in eurem Hinterhof-Pool nahen, benötigt ihr spezielle Wasserpflanzen. Alle Pflanzen und Zombies werden akribisch im Almanach festgehalten, der ebenso wie das großartig Outro mit unglaublich viel Witz besticht. Während ihr eure Pflanzen schießen lasst, lassen besiegte Zombies hinu und wieder Münzen fallen, die ihr gegen acht neue Pflanzenerweiterung, die ihr auf Basispflanzen setzen müsst, ein Double oder mehr Slots für Pflanzen eintauschen. Später könnt ihr mit neuen Items sogar einen zombiefreien Zen Garten großziehen, mit Gießen und Düngen etc. Doch das Geld gibt es nicht nur im Adventure-Modus, nach einiger Zeit schaltet ihr die ersten Minigames frei, bei dem euch unter anderem wild feuernde Erbsenzombies angreifen oder bei dem ihr während der Invasion eure Pflanzen am einarmigen Banditen erspielen müsst. Desweiteren gibt es noch zwei relativ entspannten Puzzlemodi und nach dem Durchspielen erhaltet ihr schließlich Zugriff auf das Survival und Endless Survival. Diese Modi sind besonders interessant, da ihr jede Runde euer Pflanzensetup anpassen könnt. Und wer immer noch nicht genug bekommt, der kann das Spiel nochmal mit einem etwas höheren Schwierigkeitsgrad durchzocken oder seinen Weisheitsbaum auf 1.000 Fuß wachsen lassen, was z.B. Pinata-Zombies freischaltet. (und dezente 2.497.500 $ kostet) Ich habe zurzeit etwa 12h mit dem Spiel verbracht und es gibt immer noch einiges zu entdecken, was mich von einer goldenen Trophäe trennt. Das Preis-Leistungsverhältnis ist beim momentanen Preis von 10€ via Steam für die PC-Version und eine XBox Live Arcade-Version ist auch schon in der Mache, vermutlich für knapp 15€. Eine spielbare Demo gibt es entweder direkt bei Steam oder aber auch hier. Das ganze Spiel bekommt 10 von 10 Punkten, weil es die absolute Genre-Referenz mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis ist. :)

P.S. Kenner werden direkt erkannt haben, dass es bei dem Spiel selbstverständlich gar keine Killertomaten gibt. ;)

Kasten PVZ

Mal wiider Zeit für Sport (Review)

Wii SR Rev

Im Moment ist es schwer zu glauben, dass überhaupt jemanden hierzulande das Release von Wii Sports Resort entgangen ist, schließlich laufen in fast jedem Werbeblock kleine Einspieler des Titels. Offenbar ist sich Nintendo sicher, dass mit dem vielversprechenden Titel auch noch der letzte Deutsche eine Wii kauft. Dass Nintendo mit ihren Einschätzungen nicht immer richtig lagen, sieht man unter anderem an dem gefloppten Wii Music, aber das ist ja auch schon fast wieder vergessen. Als ich die ersten paar Stunden mit Wii Sports Resort verbracht habe wurde mir klar, dass hier noch sehr viel Potential nach oben zu erwarten ist, denn WiiMotion Plus ist einfach eine absolut gelungene, und mit 20€ auch noch recht preisgünstige Controller-Erweiterung. Natürlich ist es irrsinnig jetzt darauf zu schließen, dass noch neue tausende Wiis nur aufgrund dieses Titels verkauft werden, aber ich gehe fest davon aus, dass sich bis auf wenige Ausnahme alle Wii-Besitzer auch zu Sports Resort greifen werden.

Doch kann so ein Spiel auch den erfahreneren Zockern Spaß machen, oder ist es bloß eine nette Technikdemo? Meine Meinung dazu ist eindeutig „Ja, es kann.“ Die Spiele sind zwar zum Einstieg stets leicht zu erlernen, aber wenn man wirklich alles sehen will, dann muss man vor allem Können und Geduld mitbringen. Da am Anfang nur eine Handvoll Modi freigeschaltet sind, wird man immer wieder dazu motiviert sich einen kleinen Muskelkater zu holen. Oftmals muss man sich mühsam Level für Level vorankämpfen, aber trotzdem macht es einem Spaß. Das größte von Manko von Wii Sports war meiner Meinung immer, dass man zu schnell alles gesehen hatte, und man hatte nicht die Möglichkeit neue Golfplätze oder andere nette Sachen freizuschalten, lediglich Lappalien wie Glitzer-Bowlingkugeln. So sehen einfach keine Spiele aus, die einen im Singleplayer-Modus motivieren sollen. Statt dem ollen Edelmetall gewinnt man nun bei Sports Resort Achievement-Stempel für besondere Leistungen, eine nette Sache, die viel Abwechslung ins Gameplay bringt. Man muss, dass Wii Sports Resort eine Brücke zwischen Einzel- und Mehrspieler schlagen konnte, so gibt es viele Disziplinen, die einer Person alleine genauso viel Spaß bringen wie einer ganzen Truppe von 4 Spieler, die den Controller (oftmals) weiterreichen können. Einige Sportarten sind zwar immer noch für Singleplayer echte Schlafnasen, aber bringen auf Grund ihrer simplen Steuerung Pepp in jede Zockerparty. Naja, kommen wir jetzt endlich zum Kern des Spiels, den Disziplinen.

Die ersten beiden Disziplinen sind quasi eins zu eins in ihrem Aufbau aus dem Vorgängerspiel übernommen worden, nämlich Bowling und Golf. Doch gerade weil man sie schon früher kennt kann man hierbei besonders gut die Neuerung, die WiiMotion Plus mitbringt, nachvollziehen. In beiden Disziplinen kann nun jeder nach kurzer Eingewöhnung die Bälle anschneiden, um das Beste aus Wurf oder Abschlag rauszuholen. Bei Golf gefällt mir vor allem, dass es nun insgesamt 6 Kurse mit je 18 Löchern gibt, und noch einen siebten zum freischalten. Weiter geht es mit Tischtennis, was eigentlich auch nur ein altbekanntes Prinzip mit neuer Steuerung enthält. Da euer Spielfeld aber viel kleiner geworden ist, im Vergleich zum klassischen Tennis, landet der Ball nun für Ungeübte wesentlich schneller im Aus. Wer nach einiger Zeit die Steuerung raushat, kann sich in einem Minispiel daran versuchen mit dem Ball leere Getränkedosen von der Platte zu fegen. Der allseits unbeliebte Baseball hat es zum Glück nicht mehr in die Fortsetzungen geschafft und das planlose Gefuchtel beim Boxen ist einem sehr präzisen Schwertkampf gewichen. Eure Waffe folgt hier präzise den Bewegungen der WiiMote, so dass jeder nach einer Minute die Steuerung begriffen hat. Mit schnellen Bewegungen schlagt ihr zu und haltet ihr B gedrückt geht es in die Defensive. Besonders witzig ist ein Minispiel bei dem es darum geht Gegenstände zu zersäbeln, indem ihr den Anweisungen auf dem Bildschirm folgt. Für mich eines der absoluten Party-Spiele. :)

Die mit Abstand ausgefallensten Disziplinen sind meiner Meinung nach Frisbee und Luftsport. Bei beiden habt ihr die Wahl zwischen mehreren Minispielen, so könnt ihr z.B. die Plastikscheiben entweder mit einem Wurf möglichst nah an eine Zielzone bringen oder aber über ganze Golfparcours werfen. Luftsport enthält eigentlich zwei komplett verschiedene Modi in drei Minispielen, zum einen Fallschirmspringen, bei dem ihr in der Luft möglichst viele Miis zu einer Formation vereinen müsst, und zum anderen das Fliegen, bei dem ihr entweder frei über Wuhu und Wedge Island (dort liegt das Sports Resort) fliegen könnt, oder aber euch Dogfights mit anderen bewaffneten Fliegern liefert. Ins besondere der freie Flug ist unglaublich umfangreich, wenn man die Stempel anstrebt. Hier müsst ihr unter anderem bei jeder der drei Tageszeiten alle Sehenswürdigkeiten angeflogen haben und alle Ballons, die zu Hunderten verteilt sind, abgeschossen haben. Keine Sorge, eure Erfolge werden hier von Flug zu Flug übernommen. Etliche Brücken und enge Höhlen laden zu gewagten Manövern ein, die dank der einfachen Steuerung auch supereinfach von der Hand gehen. Der freie Flug ist neben Golf mein persönlicher Singleplayer-Favorit. Doch nicht nur aus der Luft kann Wuhu Island bereist werden, es gibt auch etliche verschiedene Strecken, die ihr in Radrennen abfahren könnt. Durch Hin- und Herwackeln mit Wiimote und Nunchuck gebt ihr Gas und durchkippen wird gelenkt. Es ist natürlich wichtig ab und zu Ruhepausen einzulegen, z.B. in dem ihr im Windschatten eures Vordermanns strampelt. Auch hier merkt man, dass die Insel das eigentliche Highlight ist, da sie sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Ebenfalls mit Nunchuck steuert ihr das Bogenschießen, aber hier ist die Steuerung ziemlich abgefahren, denn als Rechtshänder haltet ihr nun Nunchuck in der rechten Hand und Wiimote in der linken Hand. Zieht ihr das Nunchuck nun mit gedrückter A- und Z-Taste nach hinten spannt ihr den Bogen und könnt euer Ziel fokussieren. Lasst ihr nun Z los, fliegt der Pfeil los und lasst ihr A los, brecht ihr den Schuss ab. Das Zielen hierbei ist wirklich sehr sensibel und bedarf einiger Übung. Wechselt ihr nach einer längeren Session wieder das Spiel, unbedingt dran denken, dass Wiimote und Nunchuck nun falschrum sind. ;)

Den größten Komplex mit insgesamt 3 von 12 Disziplinen bildet eindeutig der Wassersport. Hier habt ihr die Wahl zwischen Wakeboard, Kanu und Jetboat, wobei letzeres wieder das Nunchuck erfordert. Diese Sportarten spielen sich alle sehr intuitiv und bilden in der Controllerbedienung das reale Vorbild sehr gut nach. Besonders gut gefällt mir hier das Jetski, will man hier boosten, dreht man einfach wie bei einem echten Wasserflitzer die Wiimote nach hinten. Der Wellengang ist bei allen dreien sehr gut und fordernd-realistisch umgesetzt, so dass man sich am liebsten einen neuen Teil des Waverace-Franchises wünscht. Beim Kanufahren könnt ihr neben dem Rennen auch auf Rekordjagd gehen, denn in einem Minispiel geht es darum in einer bestimmten Zeit eine Strecke zu bewältigen, schafft ihr das, schaltet ihr die nächste Distanz frei und so weiter. Zu guter Letzt gibt es noch Basketball zu Auswahl, entweder werft ihr Dreier, oder ihr tretet in einem Streetball-Match abwechselnd als Offensive und Defensive an. Kommt ihr in Korbnähe, müsst ihr auch noch mit der richtigen Technik euren Wurf oder Dunking gekonnt versenken. Verteidigt ihr, könnt ihr durch Knopfdruck dem Gegner den Ball wegschlagen oder seine Wurf mit einem Sprung blocken.

Mein Fazit für das Spiel ist eine 8 im Singleplayer und eine 9 im Multiplayer, die resultierende Endnote kann sich jeder selbst ausrechnen, je nachdem worauf man mehr Gewicht legt. Als Endnote bleibt dann nur diplomatische 8,5  von 10 Punkten übrig, denn auch wenn das Spiel keine Story oder gute Grafik so ist es immer sehr motivierend, leicht zu erlernen und super zu steuern. Wii-Besitzer, gerade die, die Wert auf Party-Abende legen, werden an diesem Titel sicher lange ihre Freude haben. Allerdings sollte man schon mindestens ein weiteres WiiMotion Plus dazu kaufen.

Kasten Wii SR

Was Raubkopierer dieses Jahr verpassen (Kino)

Nach langer Zeit war ich mal wieder im Kino, um genau zu sein in Ice Age 3 in 3D, also mit 3D-Brille und allem was dazu gehört. Alles in allem war ich dann doch wirklich überrascht als vor dem Hauptfilm noch viele Trailer liefen, die man nur mit der Brille schauen konnte. Offenbar ist dieses Jahr ein neuer Trend in den Kinosälen angelangt um in Zeiten der steigenden Raubkopien trotzdem noch den ein oder anderen ins Lichtspielhaus zu locken. Dieser Trend sind massig viele „echte“ 3D-Filme, also Filme bei denen durch spezielle Verfahren und durch eine Brille die Illusion eines plastischen Miterlebens entsteht, und das Ganze für einen verschmerzbar geringen Aufpreis. Man kennt diese Brillen bis jetzt sicher nur aus alten Comicheften oder aber aus speziellen 3D-Kinos in Freizeitparks oder ähnlichem, aber wirklich neu war für mich, dass auch ganz klassische UCI-Kinos nun etliche 3D-Filme in ihr Angebot aufgenommen haben. So kommen neben Ice Age 3, für das ich extra etwa 40km gefahren bin, auch noch weitere Filme wie Oben, Coraline, G-Force oder Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen im „Mittendrin“-Look daherkommen.

Doch lohnt sich die häufig recht lange Anreise überhaupt? Denn im Moment ist das Angebot nur auf eine handvoll Kinos begrenzt und nicht viele Leute werden ein UCI in ihrer Stadt haben. Und lohnt es sich überhaupt den dritten Teil von Ice Age zu gucken, und worum geht es überhaupt in dem neuen Animationsfilm? Zugegebenermaßen darf man sich von Anfang an keinerlei Gedanken darüber machen, was Logik anbelangt, aber wer einfach mal knapp 100 Minuten einfach nur abschaltet wird super unterhalten auf der verrückten Rettungsaktion der altbekannten Charaktere, denn wieder einmal hat sich das trottelige Faultier Sid in eine verzwickte Lage gebracht. Tief unter dem Eis hat Sid drei Eier entdeckt, die er fortan hegt und pflegt. Doch aus den riesigen Eiern schlüpfen natürlich keine Vögel oder Eidechsen, sondern waschechte Dinosaurier. Sid hört nicht auf die Warnungen seiner Freunde, dass er die kleinen nicht behalten kann und so kommt es dazu, dass die richtige Dino-Mama davon Wind bekommt und sich die Babies samt Faultier schnappt und mit ihnen in die unterirdische Kreidezeiten-Welt verschwindet. Die folgende Rettungsaktion, bei denen Ellie, Diego, Eddie, Crash und Manni auf das Wiesel Buck treffen, wird stets von Scrat, dem Maskottchen der Reihe, und seiner Jagd nach Nüssen begleitet. Hierzu kann man stehen wie man will, aber nach zwei Filmen hätte ich mir da Neuerungen gewünscht, als die Filmlänge mit Slapstick aufzubauschen. Auch schade ist, dass Buck quasi der einzige neue Charakter in der Reihe bleibt und wohl auch nicht mehr in Ice Age 4 auftauchen wird.

Wirklich gut gelungen ist aber die Umsetzung des urzeitlichen Urwaldes der farbenfroh und sehr abwechslungsreich gestaltet ist, ebenso wie die Witze, die fast alle richtig zünden und sich sogar oft eher an ein erwachsenes Publikum richten. Trotz einigen Drogenreferenzen und derben Sprüchen bleibt der Film aber ohne Altersbeschränkung, manchmal denke ich da echt dass das FSK im Gegensatz zum überkorrekten USK nur ein komischer Haufen ist. Auch die Umsetzung in 3D war beeindruckend gestaltet, es gab keine Bildfehler oder Verzerrungen oder gar Kopfschmerzen beim Gucken, ziemlich beachtlich dafür, dass man die Brille mit Trailern über zwei Stunden auf hatte. Außerdem wird wohl daran gearbeitet auch Real-Filme in 3D auf die Leinwand zu bringen, ähnlich wie die Dinosaurier-Doku vor einigen Jahren. Also um nochmal auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ja, es hat sich wirklich gelohnt, und ja, es wird sicher nicht mein letzter 3D-Film im UCI gewesen sein. Ich freue mich als ehemaliger Meerschweinchenbesitzer natürlich besonders auf G-Force (auch auf das XBox 360-Game im Übrigen), aber auch der burton-esque anmutende Film Coraline sieht interessant aus.

The Secret of Mon(k)ey Island (Review)

SoMI Rev
Im Moment gibt es in der Videospiele-Szene eine wahre Remakewelle, sogar Remakes werden neu aufgelegt, wie unter anderem Resident Evil für die Wii zeigt. So ist auch die logische Konsequenz, dass auch Lucas Arts auf die Geld-Welle der momentan aufgeschwappten Monkey Island-Euphorie und dem allgemeinen Mangel an wirklich guten Point ‘n’ Click-Alternative aufzuspringt. Neben den 4€ teuren Portierungen einiger Klassiker auf Steam gibt es nun auch die Möglichkeit eine Secret of Monkey Island: Special Edition für 9€ zu erwerben, die die Fans mit wesentlich schöneren Grafiken und einer kompletten (englischen) Sprachausgabe mit den altbekannten Sprechern locken will. Außerdem wurde laut Hersteller die Bedienung verbes…. verändert und man bekommt die Möglichkeit jederzeit im laufenden Spiel auf Druck der F10-Taste zwischen dem neuen hochauflösenden Modus (im folgenden HD) und der klassischen Pixelgrafik (im folgenden SD) hin und her zu wechseln. Ob es das Geld wirklich wert ist, habe ich für euch herausgefunden.

Das Spiel startet mit einer Sprachauswahl, allerdings sind dies lediglich die Sprachen im Menü und im neuen HD-Grafikmodus. Diese Abfrage kommt nur beim ersten Start, wer also dann doch lieber mit englischen Untertiteln spielen will darf sich entweder durch Configs klicken oder das ganze nochmal neu installieren. Das Bedürfnis englische Untertitel zu installieren hat sich bei mir schon nach ein paar Minuten eingestellt, genau dann als ich feststellen musste, dass Lucas Arts im SD-Modus immer nur englische Untertitel liefert, drückt man dann wieder F10 ist der Untertitel wieder deutsch. Das ist schon etwas schlampig gelöst, zumal auch im klassischen Spiel schon lokalisierte Untertitel existierten. Genauso schlampig erscheint es auch, dass man nicht mal die Wahl hat, ob man im SD-Modus nicht doch die Sprachausgabe hören möchte, stattdessen bleibt Guybrush, der altbekannte Titelheld, dort völlig stumm. Aber bevor noch weiter geschimpft wird, kommen wir erstmal zur Story, die dem ein oder anderen noch nicht geläufig sein könnte.

Ihr kommt als der eben genannte Guybrush Threepwood auf der Karibikinsel Mêlée Island an, um dort euer Glück als Pirat zu finden. Eure ersten Schritte führen euch in die Scumm Bar, wo ihr auf drei wichtig-aussehende Piraten trefft, die euch ein Bedingung stellen um euch in den Kreis der Seeräuber und Brandschatzer aufzunehmen: ihr müsst die Drei Prüfungen absolvieren. Diese setzen sich zusammen aus Diebstahl, Schatzsuche und Schwertkampf. Klingt alles recht simpel, aber der neue Sherriff der Insel macht Guybrush schon nach kurzer Zeit das Leben schwer, die einzige Schatzkarte der Insel ist scheinbar unbrauchbar und im Schwertkampf hat der Held genauso wenig Ahnung wie von attraktiven Frauen. Kurzum ist die Story wirklich gut und witzig gestaltet und der Spieler fühlt mit dem Anti-Helden Guybrush mit. Es ist also kein Wunder, dass sich das Spiel nach wie vor bei vielen Spielern einer großen Beliebtheit erfreut, insbesondere auch dank des berühmten Beleidigungsschwertkampfes. Hierbei geht es darum eurem Gegner Beleidigungen entgegen zu werfen oder seine fiesen Sprüche zu parieren um den Kampf zu gewinnen. Anfangs sind Euch aber nur zwei Beleidigunskombinationen bekannt wie zum Beispiel: “Du kämpfst wie ein dummer Bauer!” – “Wie passend, du kämpfst wie eine Kuh.” Alle weiteren müsst ihr euch durch viele Niederlagen in Kämpfen erst einmal erarbeiten. Wenn ihr diese Hürde und die anderen zwei Prüfungen erfolgreich gemeistert habt, treten unerwartete Ereignisse ein: der Geisterpirat LeChuck (in gewisser Analogie zu Nintendos Bowser) möchte unbedingt Mêlées Gouverneurin und Guybrushs spätere Frau Elaine Marley auf ewig an sich binden. Hierzu hat er sie mit seinem Schiff auf die sagenumwobene Insel Monkey Island entführt, von der angeblich noch nie ein Mensch zurückkehrte. Nun liegt es an euch mit dem frischverliebten Guybrush ein Schiff zu erlangen und eine Crew zu finden um Elaine aus LeChucks Geisterklauen zu befreien. Der Rest ist schon fast Legende. ; )

Was mich persönlich am meisten beim Spielen geärgert hat, ist lustigerweise der HD-Modus, der ja eigentlich das wichtigste am Remake sein sollte. Doch nicht nur die Grafik hinkt weit hinter momentanen Adventure-Highlights wie Book of Unwritten Tales hinterher, und ist lediglich eine nette Dreingabe für Fans der ersten Stunde, auch riesengroße Nervbalken oben und unten, oder bei anderer Einstellung links und rechts, tun ihr Übriges. Wer klassische Adventures kennt, dem sollte auch SCUMM etwas sagen, ein Oberbegriff für diverse Interfaces, die alle demselben Prinzip folgen: zuerst wählt man eine Aktion wie z.B. Betrachte, Nimm, Schiebe, Heb auf oder Rede mit und anschließend das Objekt, mit dem man interagieren will. Klingt kompliziert? Dann solltet ihr die Special Edition besser nicht im HD-Modus spielen. Hier liegen die Aktionen und das Inventar nicht am unteren Bildschirmrand, sondern sie liegen (Achtung, festhalten!) auf der Tastatur oder dem Mausrad! oô Klickt man einfach nur, so geht Guybrush zu einem Ort und mit dem Rechtsklich führt er eine Standard-Aktion aus. Oft möchte man aber etwas andere machen und dann geht der Ärger los, man kann dann entweder wie wild mit dem Mausrad rotieren, bis die gewünschte Aktion erscheint, oder man kann sich ein knappes Dutzend Tastenkombinationen merken, oder man drückt einfach F10 und macht den ganzen Quatsch im SD-Modus. Gerade wenn man schnell etwas ausführen muss, kann man im HD-Modus kaum vorankommen. Ein Druck auf I öffnet das Inventar und auch hier findet man einige nervige Ungereimtheiten. So kann man es bei den recht verbuggten 1024 * 768 Pixeln nur mit der Tastatur durchblättern und Itemkombinationen werden einem allgemein unfassbar schwer gemacht, ebenso reagiert der Mauszeiger, naja sagen wir mal “beschissen” bei 4:3. Früher war das Inventar stets präsent und war einfach richtig gut, weshalb ich mindestens ein Viertel des Spiels im (sprachlosen) SD-Modus gespielt hab. Immerhin gibt es nun für unerfahrene Spieler eine Hilfefunktion, die einem auf Druck der H-Taste sehr eindeutige Tipps zum Weiterkommen gehen. Bleibt nur zu Hoffen, dass Lucas Arts bei so vielen nervigen Bugs nochmal einen ordentlichen Patch hinterher schiebt, offenbar war das schnelle Geld kurz nach dem Release vom gehypten Tales of Monkey Island einfach zu verlockend. Im jetzigen Stand hat das Spiel noch reichlich Nachholbedarf, daher gibt es nur 6 von 10 Punkten, weil dies das erste absolut enttäuschende Adventure von Lucas Arts ist, auch wenn der Preis recht fair ist. Es handelt sich eigentlich um 7,5 Punkte, aber die kann ich erst vergeben, wenn Bugfixes bei Steam vorliegen.

SoMI Kasten

Mein Fazit: Ihr solltet trotzdem das Geld  lieber in ein anderes Adventure, z.B. Runaway 2 oder Syberia 1+2 stecken, oder eine Episode bei Telltale Games kaufen, oder geht mal wieder ins Kino. :)

(P.S. Ich gehe mal davon aus, dass die XBox 360-Version bei mir auch wirklich mit 7,5 abgeschnitten hätte, da einige Bugs gar nicht aufgetreten wären.)

Auf der Suche nach dem Großen Schwamm (Review)

ToMI Rev

Darauf haben Adventure-Fans wie ich schon seit Jahren gewartet: auf einen völlig neuen, großen, karibisch-fantastischen Teil der legendären Monkey Island-Reihe, denn um den unfreiwilligen Helden Guybrush Threepwood ist es 9 Jahre still geworden. Doch dann kam dieses Jahr die erlösende Nachricht, dass sich Telltale Games, ein Entwicklerteam u.A. aus ehemaligen Lucas Arts-Mitarbeitern, dem wohl am kritischsten beäugten Projekt der Adventure-Szene an. Das kommt unter anderem daher, dass Lucas Arts mit der Veröffentlichung vom “Außenseiter” Escape from Monkey Island sehr viel böse Worte geerntet hat. Doch auch Neuling Tales of Monkey Island setzt völlig auf den 3D-Look und noch dazu ist das Spiel in fünf Episoden aufgeteilt. Ob diese Formel wirklich aufgeht bleibt noch abzuwarten, nach dem Durchzocken der ersten Episode gibt es aber nun doch nicht wie angekündigt keine konkrete Wertung von mir, das wäre einfach nicht fair den Entwicklern gegenüber. Ich weiß ja schließlich nicht was noch so kommt, und ob sich nicht doch noch die gute, alte Euphorie einstellt. Potentielle Käufer sollten sich ausgehend von Episode 1 – Launch of the Screaming Narwhal den Einkauf reichlich überlegen, denn obwohl das Spiel in Episoden erscheint, wird man gezwungen die komplette Staffel für 35$, also ca. 26€, zu kaufen. Auch abschreckend für jüngere Zocker könnte sein, dass das Spiel im Moment noch komplett auf Englisch ist.

Das Spiel beginnt, wie es sich bereits bei Curse of und Escape from Monkey Island etabliert hat, auf hoher See. Voodoo-Zombie-Pirat LeChuck terrorisiert mal wieder Elaine Marley, Guybrushs Frau und Gouverneurin von Mêlée Island. Naja, gut, offenbar wollte Telltale wirklich auf Nummer sicher gehen. Diese Szene dient als kleines Tutorial und deckt alles Wichtige der neuen Steuerung ab. Gesteuert wird Guybrush entweder über die Tastatur oder mit gedrückter Maustaste. Gibt es eine Interaktionsmöglichkeit, hilft euch aber nur die Maus weiter. Auch das Inventarsystem wurde ein bisschen überarbeitet, was anfangs ein bisschen ungewohnt sein kann. Klickt ihr auf ein Item könnt ihr es entweder für mehr Infos auf eine Lupe ziehen, oder auf den Spielebildschirm oder über zwei Felder mit einem anderen Item kombinieren. Aber zurück zur Story: Guybrush, im Übrigen gesprochen von seiner klassischen amerikanischen Stimme, hat einen Voodoo-Säbel der ganz allein Le Chuck besiegen kann, doch leider verliert Guybrush eine wichtige Zutat. Es bleibt ihm nichts anderes übrig als sein Schwert in weniger geeignetes blubbernden “Malzbier”- bzw. Root-Grog zu tauchen. Dass er dadurch eine apokalyptische Katastrophe heraufbeschwört gehört einfach zum Selbstverständnis  der Spieleserie. Denn als Guybrush seinem Erzfeind das Säbel in die Brust rammt, wird LeChuck zum Menschen und Guybrush hat plötzlich eine giftgrüne Phantomhand, die nicht mehr seinem sondern LeChucks Willen gehorcht. Dann fliegt den Dreien durch einen Schwelbrand noch das Schiff um die Ohren und so wird Guybrush wieder einmal von Elaine getrennt. Nach einer gefühlten Ewigkeit auf See strandet ihr schließlich auf Flotsam Island, verfolgt von einer verfluchten Wolke, die alle Bewohner allmählich in willenlose Zombies verwandelt.

Am Strand werdet ihr von einem Redakteur des örtlichen Käseblattes begrüßt, der euch erstmal brühwarm erklärt, dass der Wind schon seit Monaten nur landeinwärts weht und kein Schiff die Insel seitdem verlassen hat. Doch er verspricht euch ein wenig Hilfe, vorrausgesetzt ihr sorgt für drei Piratenschlagzeilen. Unter anderem müsst ihr einen Schatz ausbuddeln, und auch diese Schatzsuche lässt Erinnerungen an vergangene Spiele wachwerden. Doch genau dabei sehe ich auch das Problem, denn die gewünschten Dejà vus wirken teilweise zu uninspiriert und aufgesetzt, aber trotzdem hat das Spiel ein paar Höhepunkte, und dann ist es auch schon vorbei. Erfahrene Adventure-Spieler haben die Episode in gerade mal drei Stunden beendet, Neulinge in maximal sechs oder sieben, eigentlich schade. Auch die Zahl der Schauplätze ist wahrlich gering, zu 90% sieht man nur irgendwelchen Dschungel. Bleibt nur hoffen, dass die weiteren Folgen umfangreicher werden. Die Rahmenstory klingt auf jeden Fall vielversprechend, die Episode endet mit einem Cliffhanger auf eurer Suche nach La Esponja Grande, der Euch von eurem Fluch befreien soll. Auch die Grafik, vor allem aber Sound und Sprachausgabe (zu mindestens die der Hauptcharakter und der Bösewichte) ist absolut stimmig und gelungen und es gibt viele Insider, die nur Kenner der Serie verstehen werden. Trotzdem sollte man sich als Fan auch darauf einstellen, dass man sich denkt: “nicht schon wieder das, das gab‘s doch schon bei Monkey Island XYZ“.

Also bleibt abschließend noch zu sagen, dass das Spiel für Fans und Neulinge gleichermaßen geeignet ist, im Moment sollte man sich aber kein qualitativ exzellentes Spiel erwarten, es ist auf den ersten Blick lediglich gut. Zockt aber auf jeden Fall mal die Demo!

Das Böse kommt aus Gromgard (Review)

Overlord DL Rev

Ende Juni gab es von Publisher Codemasters nicht nur ein oder zwei sondern gleich drei neue Titel der sehr beliebten Overlord-Serie, ein echt genialer Zug, dachte ich. Und aus diesem Grund ließ ich es mir natürlich nicht nehmen gleich die Wii-Version Overlord Dark Legend zu bestellen, aber schon nach kurzer Zeit kamen mir da einige Zweifel auf. Aber zuerst mal zu der Story:

Ihr schlüpft in die Rolle eines namenlosen Sohnes, der immerzu von seinen älteren Geschwistern, den Zwillingen Gerda und Giselher tyrannisiert wird, wenn euer Vater Graf Gromgard wiedermal auf einem sinnlosen Kreuzzug ist. Doch auch untereinander zanken die Zwillinge immerzu, denn Gerda ist die Geliebte des Zwergenanführers Wielands, während Giselher als Novize die rechte Hand von Elfenmeister Erasmus ist. Doch wie versierte Overlord-Fans wissen, sind natürlich nur Menschen die einzig wahren Herrscher im Fantasy-Reich, Zwerge werden als stinkende Steinschubser bezeichnet und auch die langohrigen Elfen bekommen gehörig ihr Fett weg. Der großartige, britische Humor von Rhianna Pratchett, der Tochter von Scheibenwelt-Gott Terry, ist allgegenwärtig.

Da kommt ihr ins Spiel, denn am Anfang erhaltet ihr zu eurem sechszehnten Geburtstag einen Metallhandschuh. Durch ihn erhaltet ihr Zugriff zum versiegelten Schlossherzen, wo ihr auf den Gnomweisen Gnarl trefft, der Euch auch schon im ersten Teil mit Rat und Tat zur Seite stand. Euer Auftrag ist nun die alleinige dunkle Herrschaft der Menschen im sonnigen Grüntal und den umliegenden Ländereien von Elfen und Zwergen herzustellen. Da ein Jugendlicher allein das nicht schafft erhaltet ihr neben Rüstung und einer Axt auch ein Schergennest, an dem ihr braune Minions hervorrufen könnt, vorausgesetzt ihr habt vorher von Schafen und Käfern genug kleine Kugeln mit Lebensenergie erhalten.

Schon nach kurzer Zeit trefft ihr auf kleine Halblinge, die euer Schloss angreifen, doch für eine Horde aus anfänglich 5, später bis zu 20 sind die meisten Gegner kein großes Hindernis. Im Allgemeinen fällt auf, dass ihr immer viel zu viel Lebensenergie habt und unbegrenzt neue Minions an bestimmen Spalten beschwören könnt, sodass der Schwierigkeitsgrad recht gering ist. Kurze Zeit später findet ihr noch ein Nest für rote Minions, die feuerresistent sind und reine Fernkampfeinheiten sind, gefolgt von wasserresistenten und heilenden blauen und giftresistenten grünen Minions, für jedes Problem und für jeden Gegnertyp und Schalter gibt es einen Miniontyp, der euch weiterbringt. Hin und wieder müsst ihr auch zwei Farbgruppen unabhängig voneinander bewegen und hier kommt der absolute Pluspunkt von Overlord Dark Legend: die Steuerung. Während ihr mit dem Nunchuck die Bewegungen des Overlords kontrolliert, habt ihr durch den Pointer der Wiimote die Möglichkeit eure Minions zu scheuchen. Einfach anvisieren und B drücken, schon laufen die Kleinen los und zerstören alles was in ihrem Weg liegt, das ganze erinnert sehr an Pikmin, aber es wurde gut “geklaut”. Haltet ihr B gedrückt sausen sie dem Zeiger flüssig und intelligent hinterher. Finden sie dabei Schätze oder Tränken apportieren sie diese (“For the Overlord!”), finden sie kleine Ausrüstungsteile, wie z.B. Kürbishelme setzen sie diese auf, was eure Schlagkraft erhöht. (“For me!”) An mehreren Stellen des Spiels müsst ihr Gegnergruppen ablenken, am besten mit roten Fernkämpfern, während sich beispielsweise blaue Minions an ihnen vorbeischleichen um einen Schalter im Wasser zu betätigen. Dazu wählt ihr mit dem Digipad die Roten aus und setzt anschließend einen Sammelpunkt, den sie bis zum Widerruf nicht verlassen. Im Laufe des Spiels stoßt ihr auf Relikte, die je nach Typ die Anzahl an verfügbaren Minions, eure Gesundheit oder euer Mana erhöhen oder euch neue Zauber sprechen lassen, wie der beliebte Sheep-Spruch. Sammelt ihr Schmiedekessel ein, könnt ihr neue Waffen und Rüstungen für den Overlord bauen, oder eure Minions aufleveln.

Die Musik ist passend und besonders gut ist die Vertonung von eurem Ratgeber Gnarl und der Minions, doch die Stadtbewohner brabbeln immer nur ihren Standardsatz vor sich her, jedes verdammte Mal wenn man an ihren vorbeiläuft. Ein besonderer Pluspunkt ist die Grafik, die für Wii-Verhältnisse echt beeindruckt, ein paar kleine Framerate-Schwächen verzeiht man hier gerne. Gerade die Lichteffekte sind sehr schön und sorgen für die richtige Atmosphäre. Schaut man mal genauer hin, zB durch Greifen, so merkt man, dass alle Minions individuelle Rüstungsteile tragen, was wirklich witzig aussieht. Habt ihr einen Minion gegriffen, könnt ihr ihn für einen Lebens- oder Manaboost töten oder ihn in eine lebende Bombe verwandeln, die Glas zerstört oder stachelige Zäune. Wirklich oft wird diese Aktion aber nicht gebraucht. Glaubt man den Infotexten während der Ladezeiten, so hinterlassen explodierte Blaue eine Heilblase, aber ausprobiert hab ich das nicht, man kommt viel zu locker durch, jedenfalls wenn das Game mitspielt. So hatte ich während des Testens zweimal einen Totalabsturz der Wii, ich dachte zwar es läge am Wetter, aber offenbar hatten auch Gametrailers.com dieses Problem.

Ein weiteres massives Problem ist natürlich der schon mehrmals erwähnte seichte Schwierigkeitsgrad, es gibt kaum Notwendigkeit lebende Bomben loszuschicken oder Zauber zu wirken, selbst in den Bosskämpfen ist oft nur stumpfes Draufhalten gefordert. Schade, denn die ganzen tollen Ideen hätte man super ausbauen können. Ebenfalls ärgerlich sind sehr schwache und wenige Subquests, die immer nur einen Lösungsweg zulassen. Im “großen” Overlord gibt es stets liebe und böse Wege zur Lösung. Abseits der sehr linearen Hauptquest gibt es kaum etwas zu entdecken, was dazu führt, dass ich bereits nach 8 h wirklich alles erledigt hatte. Dann der Abspann, und die Ernüchterung: keine neuen Quests danach, kein neuer Schwierigkeitsgrad, keine Extras, kein gar nix. Immerhin kann man so nochmal in der Schergzyklopädie stöbern, ein kleines Ingame-Lexikon, das ganz gut gelungen ist, doch all das schafft es nicht darüber hinwegzutrösten, dass bei Overlord Dark Legend so viele gute Ideen und Potential an den technischen Möglichkeiten der Wii zerschellt sind. Ich gebe dem Ganzen 6,5 von 10 Punkten, mit der Hoffnung dass ein weiterer umfangreicherer Teil rauskommen wird. Luft nach oben zu einer 9 ist definitiv da. Ansonsten kann ich nur wirklichen Fans der Serie das Spiel empfehlen, alle anderen sollten es mal mit Pikmin 1 und 2 New Play Control probieren.

Du musst dich erinnern… (Review)

Another Code Rev

Heute will ich euch einen ziemlich einzigartigen Titel für die Wii vorstellen, nämlich Another Code RDie Suche nach der verborgenen Erinnerung, ein Spiel dass sich selbst zum Ziel gesetzt hat ein interaktiver Roman zu sein, doch macht soetwas überhaupt Spaß? Offensichtlich schon, denn das Entwicklungsstudio Cing ist bekannt für seine sehr guten, wenn auch ein wenig kurzen, Handheld-Adventures Another Code: Doppelte Erinnerung und Hotel Dusk: Room 215, sowie die Mitentwicklung am Wii-Überraschungshit Little King’s Story, der Pikmin-artiges Gameplay mit viel skurillen Humor verbindet. Naja, aber fangen wir erstmal mit dem Trailer an, mit dem kleinen Hinweis, dass das fertige Spiel leider keine Sprachausgabe enthält.

Kommen wir zuerst zur Story des Vorgängerspiels, da man sonst nicht alles verstehen kann. Der Spieler schlüpft wie im DS-Vorgänger in die Rolle der dreizehnjährigen Ashley Mizuki Robbins. Ashley wuchs einen  Teil ihres Lebens bei ihrer Tante Jessica auf, mit der Gewissheit, dass ihre Mutter  und ihr Vater verstorben waren, bis sie kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag überraschendeinen Brief von ihrem Vater erhielt, der sie zur Blood Edward-Insel einlud und ihr einen DAS, einen kleinen Computer im Nintendo DS-Design schenkte. So brach sie also auf um Antworten auf viele herumschwirrende Fragen zu finden, auch die Alpträume betreffend, die sie immer wieder plagten. Auf der Insel traf sie schließlich nach einigen Schwierigkeiten ihren Vater Richard, einen Wissenschaftler im Gebiet der Erinnerungsforschung, wieder, leider mit der traurigen Gewissheit, dass ihre Mutter, ebenfalls Erinnerungsforscherin, in der Nacht von Ashleys dritten Geburtstag ermordet wurde und Ashley erlebt diese Nacht nun immer wieder in ihren Träumen. Doch auf Grund dieses Trauma schaffen Richard und Ashley es schließlich den Mörder ihrer Mutter zu finden und zu stellen, denn immerwieder tauchen in Flashbacks Erinnerungsfetzen auf, die auch in Another Code R eine wichtige Rolle spielen. Nach Ende des Spiels hatte Ashleys Vater sich geschworen, die Wissenschaft an den Nagel zu hängen, doch nun, als Ashley sechszehn ist, hat er sie wieder allein bei ihrer Tante gelassen.

An dieser Stelle setzt Another Code R an, denn Ashley erhält abermals Post von ihrem Vater, wieder mit einer Einladung und einem neuen DAS, diesmal im modernen DSi-Design. Er möchte sich mit ihr zum Familienzelten am Lake Juliet treffen, aber nach einiger Zeit stellt sich herraus, dass das ganze nur ein Vorwand ist. Das merkt Ashley, als sie erneut Flashbacks an speziellen Orten rund um den See erfährt: Sie war als Kleinkind schon einmal hier, nur sie und ihre Mutter, doch was wollte ihre Mutter hier? Das will natürlich auch Richard herausfinden, doch die Spuren sind tief im Schatten der Vergangenheit versteckt. Doch es gibt auch noch andere Aufgaben im Erholungsgebiet zu lösen: Wer hat Ashley bei ihrer Ankunft ihr Gepäck geklaut? Was steckt hinter dem mysteriösen Glockenturm und wieso ist der See so stark verschmutzt? Warum reagiert das Wiimote-artige TAS erst als Ashley es in den Händen hält und was steckt hinter der Fassade von JC Valley? Und vor allem auch: Wohin ist vor fünf Jahren der Vater von Matthew Crusoe, ein Ausreißer, mit dem sich Ashley anfreundet, verschwunden? Irgendwie müssen die Sachen damit zusammenhängen, was ihre Mutter ganz ohne Mann Richard vor etwa 13 Jahren am See gesucht hat…

Die Aufgabe des Spielers ist es, den Rätseln auf den Grund zu gehen. Hierbei werden einige harte Nüsse gelöst und sehr viel geredet. Letzteres ist definitiv nicht jedermanns Sache und so sollte man sich über diesem Punkt unbedingt vor dem Kauf im klaren sein. Auch wenn es nur etwa ein dutzend Charaktere gibt, so haben alle ihre Geheimnisse und viele wissen mehr, als sie anfangs sagen. Woher kennen soviele Ashleys Mutter, aber weichen dann aus? Und wer hätte gedacht, dass die abweisende Haltung von Oberzicke Elizabeth ein Zeichen ihrer eigenen Unsicherheit ist? Auch hier ist noch ein wichtiger Punkt: Die Charaktere sind alle wirklich gut und realistisch designt, die Mimik und Gestik sind grandios ausgearbeitet, aber natürlich steckt Ashley gerade mitten in der Pubertät, das kann man natürlich nicht mit Routiniers wie Phoenix Wright vergleichen, aber trotzdem ist Ashley eine gute “Heldin”, mit der man mitfiebert.

Nun noch ein paar Worte zum Technischen: Grafik und Sound sind wirklich sehr gut gelungen, die Musik passt mit entspannenden Melodien wunderbar zur Intention einen interaktiven Roman abzuliefern. Die Spielewelt, durch die man sich bewegt erinnert vom Grafikstil ein wenig an Paper Mario mit aufgefalteten Bäumen, Gebäuden und Möbeln wie in einem Bilderbuch und genauso spielt sich alles. Man kann alles untersuchen, jedes noch so kleine Objekt und die Dialoge würden etliche Bücher füllen können. Das kann stellenweise ein wenig langatmig sein, so gibt es streckenweise lange Durststrecken zwischen den Rätseln, aber dennoch sollte man wirklich genaustens mitlesen, oft sind es kleine Informationsbrocken, die beim Rätseln helfen. Aber keine Sorge, durch Druck der 2-Taste kann man viele Teile nocheinmal nachlesen und wer dranbleibt wird mit einer sehr gut erzählten Story, die sich am Ende voll entfaltet, belohnt.

Die Rätsel nehmen zwar einen etwas kleineren Stellenwert ein, als im Vorgänger, dafür lassen sie sich aber super steuern und die Wiimote wurde mit allen Eigenschaften perfekt eingesetzt und sie frustieren nie durch hakelige Kontrolle. Der Spielumfang an sich wurde sehr stark erweitert, und so haben die meisten Spieler etwa 20 bis 25 Stunden ihren  Spaß und das ist mir 9 von 10 Punkten wert, Kritikpunkte sind nur die gänzlich fehlende Sprachausgabe, ein paar Unstimmigkeiten bei Soundeffekten und kaum Zwischensequenzen. Außerdem sind gerade anfangs die Rätsel zu weit auseinander und wenn man auf eins stößt ist es leider zu schnell gelöst und gegen Ende wird einmalig ein Nunchuck nötig, was aber nicht auf der Packung erwähnt wird.

Besser denn je ;)

Wichtig Nachrichten sind manchmal so wichtig, dass man sie gerne schon früh morgens aus der Uni-Bibliothek aus schreiben möchte, wie z.B. gerade heute. Nein, der Geistesblitz hat mich nicht etwa, wie es so Klischee ist, auf dem Klo erwischt, sondern spukte mir schon länger im Kopf rum, als ich an einer Review für den kommenden Monat geschrieben habe. Mal ehrlich, manche Eindrücke kann man einfach nicht in Worte fassen. So kann ich schonmal ankündigen, dass neben einem neuen Design im Blood of Bahamut-Stil auch künftige Reviews und Vorschauen ein bisschen ansehnlicher werden. So bekommen die neuen Artikel an ihrem Ende endlich mal eine kleine Screenshot-Gallerie, bis ich mir Bildbearbeitungssoftware gekauft habe zwar nur aus der Konserve, aber schöner sieht es definitiv aus und die Artikel wirken informativer. Ob und im welchem Maße alte Reviews noch nachträglich Bilder spendiert bekomme, weiß ich noch nicht aber ich will es ganz klar nicht ausschließen. Schön bunt wird in Zukunft auch die neue Seite Reviews, es lohnt sich, sie nächsten Monat mal anzuschauen. :)

Wie gerade erwähnt ist das mit der Bildbearbeitung gerade problematisch, ich versuche mir bald mal mit Testversionen einen verbesserten Header und einen kleinen aber feinen Wertungskasten einzubauen, der (so die Planung) bei Tales of Monkey Island Ende Juli seine Premiere feiern wird. Ich bin mir noch ein bisschen unsicher, aber der Wertungskasten wird sich wohl eher an den älteren Screenfun-Wertungskästen oder denen von Gametrailers orientieren, als an den Giganto-Schemas einer Computerbild Spiele, dafür habe ich weder Lust noch sehe ich einen wirklichen Sinn dahinter Spiele auf reine Zahlen zu reduzieren.  Soll heißen: pro Review wird es 3-5 Kategorien geben, die natürlich je nach Genre in ihrer Kategorie auch variieren sollen, und die auch nicht zu fixen x% in die Endnote eingehen.

Dann gibt es noch eine weitere Ankündigung, die aber noch keine Zukunftsmusik ist, sondern schon fest eingeplant und eingerichtet ist, und zwar entgehen sogar mir Geheimtipps und manche Games, die in den Vorschauen stehen, sind euch vielleicht viel wichtiger als mir. Damit das ganze ein wenig interaktiver ist, habt ihr nun die Möglichkeit nach der Vorschau (und vor der erwähnten Bildergallerie) darüber abzustimmen, was euer Game des Monats XY ist. Steht Euer Spiel nicht auf der Liste, was mir gerade bei PS3 und PSP-Titeln wohl häufiger passieren wird, könnt ihr euren Titel auch noch selbst hinzufügen, aber es sollte schon zu dem Monat passen. ;) Naja, ich hoffe mein kleiner frischer Wind wird so funktionieren, wie geplant, und noch vor Beginn des nächsten Semester wird mich die Gee abwerben. :D

Battlefield Heroes (Beta-Review)

BFH Rev

Seit ca. zwei Wochen habe ich nun einen Beta-Key für Dice’s Free-2-Play-Comicshooter, endlich mal wieder ein Spiel, das flüssig bei mir läuft. ;) Seit heute laufen auch alle Datenbanken wieder flüssig, es gab ca. eine Woche lang Schwierigkeiten beim Log-On, also eine gute Gelegenheit mal meine ersten Eindrücke zu schildern. Zuerst einmal möchte ich kurz das Spielprinzip und die Charakterklassen vorstellen. Ich selbst spiele einen Gunner bei den Nationals, Foto gefällig?

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Diese kleinen Bilder könnt ihr euch auch ganz einfach und ohne Bildbearbeitungsprogramme selbst erstellen, alles wichtige findet ihr dazu auf dieser Seite. Bald werde ich auch mal die Commando-Klasse anspielen, Soldier kann mir gestohlen bleiben, da das die unfair-überpowertste Klasse des ganzen Spiels, man muss sich nur mal die Skills anschauen. Ab Level 2 gibt es jedes zweite Level einen Skillpoint, auf Level 1 habt ihr bereits einen. Das ergibt bei einem Levelcap von 30 16 Skillpoints. Jedem Skill können 0 bis 5 Punkte zugeordnet werden.

Der eben genannte Soldier (110 HP, SMG, Shotgun und Granaten) kann (für begrenzte Zeit und mit Cooldown) nämlich folgendes:

  • Gegner durch Wände sehen
  • sich und umstehende Teammitglieder heilen (gibt EP)
  • Gegner mit SMG-Kugeln in Brand setzen (DoT = Damage over Time)
  • je nach Level 3 bis 7 Granaten werfen
  • umstehende Einheiten wegstoßen

Der Gunner (150 HP, MG, Shotgun, Raketenwerfer/Dynamit) sieht da anders aus:

  • einn Schutzschild aufbauen, nützt aber absolut nix bei DoT der anderen Klassen
  • Granaten gegen Heilung “aufessen”
  • kleiner Geschwindigkeitsboost, denn der Gunner ist laaaangsam
  • ein explosives Fass werfen, dass durch Schüsse gesprent wird
  • die Genauigkeit der eigenen MG erhöhen

Der Commando (90 HP, Sniper-Gewehr, Pistole, Messer) greift lieber aus dem Hinterhalt an:

  • sich unsichtbar machen
  • einen unsichtbaren Commando oder sonstige Gegner durch Markieren hervorheben
  • schnell weglaufen
  • das Messer vergiften,bringt ihm DoT
  • Extra-Sniper-Schaden

Seit heute sind insgesamt vier Maps verfügbar, die ich alle mal mit wenigen Sätzen vorstellen werde.

1.) Bucaneer Beach: Hier gibt es für jeden etwas, z.B. Häuserkämpfe im Dorf, Campen in den Bergen, Panzerschlachten am ausgedehnten Strand (Piratenschiff inklusive) oder herumfliegen mit den Propellerflugzeugen. Gerade durch die beiden super positionierten Flaggen beim Dorf und beim Schiff kommt es dazu, dass hier ständig Action herrscht, denn wer das Piratenschiff verteidigt wird von allen Seiten attackiert, meiner Meinung nach die abwechslungsreichste Map des Spiels.

2.) Victory Village Ein kleines Dorf am Meer, komplett ohne Panzer und Flugzeuge. Hier gibt es vor allem Straßenkämpfe mit etlichen Deckungsmöglichkeiten. Zentral auf dem Marktplatz liegt auch eine Flagge, und ist wahrscheinlich der am meisten umkämpfte Platz dieser Map. Hier bin ich schon viele Granaten-Tode gestorben. ;)

3.) Seaside Skirmish Die Map ist ziemlich stark einer Karten von Battlefield: Bad Company nachempfunden zu sein, hier gibt es mehrere kleine Farms, große Wiesen, viele Panzer, und ein Leuchtturm, vertreten sind hier alle drei Fahrzeugtypen. Als Infanterist kann man hier viel zu oft nix ausrichten und wird dann einfach von Panzern überfahren, oder sogar von Fliegern weggemäht. Von allen Maps die monotonste.

4.) Coastal Clash Leider, leider gibt es hier keine Schiffe, wie der Name vermuten ließe, dafür aber sehr kurze Wege und viel “Clash”, CC wirkt noch ein wenig kleiner als Victory Village. Das macht die Map dann sehr schnell und es gibt auch sehr viel Action. Aber weil diese Maps auch gleichzeitig die neueste ist, kann ich noch viel dazu sagen, sie könnte sich auf Grund der geringen Größe ziemlich nervig sein. Wenigstens gibt’s hier weniger Chancen für Soldiers ihre Granaten zu werfen.

Also bis jetzt ich bin ich ziemlich zufrieden mit der Beta, das Spiel sieht gut aus, es gibt viel Action und von den oft sehr dämlichen Gegner wird man super unterhalten, lediglich mehr Maps könnte es gehen und eine PayPal-Unterstützung, denn das Spiel ist Free2Play, also kostenlos, aber mit kaufbaren Items. Die erste Chance für Spieler ohne Kreditkarte zu erhalten, gibt es nächsten Monat in der PC Games und PC Action, alle Infos zu den Punkten und den permanenten Bonus-Items die man sich holen kann, findet man hier.