
Nach gerade mal 12h Spielzeit (laut eingebauter Statistik) habe ich gestern morgen meine Abenteuer in Liberty City erledigt, 10 Minuten einschläfernden Abspann inklusive. Irgendwie wurden einem ja 30 Stunden Missionen versprochen, aber okay, Entwickler neigen ja oft zur Übertreibung. Aber in den 12h hab ich NICHT nur Missionen erledigt, ich habe außerdem noch etliche Spezialaufträge, ein paar Monsterstunts und einige Zufallsaufgaben erledigt und schon ca. 60 von 80 Dealern entdeckt und 35 Kameras zerstört und dass ich alle Zwischensequenzen komplett geschaut habe, ist Ehrensache. Die reine Story macht vielleicht mit seinen knapp 60 Missionen nur 9h aus, das heißt auch, dass eine Mission im Schnitt in maximal 9 Minuten abgearbeitet ist, und das ist noch sehr großzügig. Alles in allem steht mein Spielfortschritt nun auf 70%, obwohl er laut Aussagen von Rockstar ja erst bei ca. 25% stehen sollte.
Desweiteren hab ich auch öfters mal Missionen von vorne starten müssen, obwohl der Schwierigkeitsgrad echt nicht so hoch ist nach ein bisschen Eingewöhnungszeit. Die höchste Fahndungsstufe in der Story ist 4 von 6, und man muss auch nur ein paar hundert Meter überleben. Bis auf die Ausdaueraufgaben wie Dealer, Kameras und Goldhunde suchen erfordern auch die anderen Medallien nicht allzu viel Geschick, insbesondere sind die Bürgerwehrmissionen viel zu einfach, verdoppeln aber bei Bestwertungen die Haltbarkeit der Schutzweste. Danach können die Bomben nur so runterhageln, man stirbt eh nicht. Das eigene Auto ist auch nahezu unkaputtbar, man muss es schon Ausversehen mal im Fluß versenken damit es überhaupt Totalschaden erhält. So sind auch Missionen, in denen einen marodierende Biker oder Gangsterschlitten aufhalten wollen eher mau.
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das Spiel verteufel, aber ich persönlich habe ein wenig mehr Umfang erwartet. Die Stylussteuerung ist ziemlich aufgesetzt, ich glaube es hätte auch ohne funktioniert, vor allem das Zertrümmern von Vorhängeschlössern ist sinnlos, Huang läuft schließlich mit 7 Waffen gleichzeitig durch die Gegend. Lediglich das Granatenwerfen ist sehr gut geworden, ebenso wie das Scharfschützengewehr. Ansonsten wäre aber mehr GTA, weniger Cooking Mama eine gute Devise gewesen. Die Story war ganz nett, aber irgendwie ein ständiges Hin und Her von einem Verrat zum nächsten, am Ende sterben sie dann doch alle. Auch die Dialoge waren eine einzige Ansammlung von Schimpfwörtern und nicht viel mehr. Der typische Humor kam mir zu selten durch, aber wenn, dann war er sehr gut. Am meisten überzeugt hat aber das typische überzeichnete GTA2-Gameplay, und die Steuerung der Vehikel ist super gelungen, zumindestens mit aktivierter Lenkhilfe, ohne werd ich wohl auch bald mal testen. Das Spiel geht gut von der Hand und es macht einfach richtig Spaß und die Missionen sind so abwechslungsreich wie kaum woanders. Ob es ein Auftritt auf einer Parade im namensgebenden Chinatown ist, die Sonarortung von versunkener Ware oder freudiges Ballern mit einer Gatling und unendlich Munition. Die Grafik ist ganz gut gewählt, nur leider kann man irgendwie nicht erkennen welche Straßen Einbahnstraßen sind und welche Taxis gerade frei sind. Die Musik ist ein bisschen eintönig, aber immerhin ein wenig besser als das nervige Gebrabbel beim zweiten Teil der Serie. Insgesamt würde ich dem Spiel unter Berücksichtung der vielen kleinen Kritikpunkte nur 8 von 10 Punkten geben, schade eigentlich um den guten Ansatz.







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